Nostalgie·Trikots

Für Sammler

Trikot-Wissen für Sammler

Die Begriffe, die beim Sammeln den Unterschied machen, und was dieses Archiv beim Einordnen leisten kann.

Matchworn, Match Issue, Replica: die drei Begriffe, die den Preis machen

Matchworn heißt: dieses Stück war in einem Spiel im Einsatz, getragen von einem Spieler. Der Begriff sagt nichts über den Zustand und nichts über die Bedeutung des Spiels — er sagt nur, dass es kein Ladenstück ist. Belegen lässt er sich über Fotos vom Spiel, über eine Bestätigung des Vereins oder des Spielers, oder über Spuren, die zum Spiel passen.

Match Issue oder Match Prepared heißt: für ein Spiel vorbereitet, mit Beflockung und Abzeichen, aber nicht nachweislich getragen. Solche Stücke stammen aus demselben Satz wie die getragenen und sind technisch identisch; was fehlt, ist der Nachweis des Einsatzes. Wer „matchworn" kauft und „match issue" bekommt, hat kein falsches Trikot, aber eine andere Sache.

Replica ist die Fassung für den Verkauf. Sie trägt dasselbe Design, ist aber weiter geschnitten, oft aus anderem Material, und die Beflockung ist die Handelsvariante. Der Unterschied zum Spielertrikot ist gewollt und kein Mangel.

Authentic oder Player Issue ist die Handelsfassung, die dem Spielerschnitt folgt: enger, dasselbe Material, dieselbe Machart. Sie ist kein Matchworn, auch wenn sie so aussieht.

BNWT steht für „brand new with tags", also mit Etiketten, ungetragen. Es ist eine Angabe zum Zustand, nicht zur Herkunft.

Retro oder Vintage: keine feste Regel, aber ein Unterschied

Im Handel wird beides durcheinander benutzt. Verbreitet ist diese Unterscheidung: Vintage bezeichnet ein Stück aus der Zeit selbst, also ein altes Trikot; Retro bezeichnet eine spätere Neuauflage eines alten Designs. Ein Retro-Trikot kann fabrikneu sein und trotzdem so aussehen wie 1974.

Wichtig ist das beim Kauf: „Retro" ist keine Aussage über das Alter des Stoffs. Wer ein Original sucht, muss nach dem Herstellungszeitraum fragen, nicht nach dem Design.

Ein Trikot einordnen: was der Bestand beantworten kann

Dieses Archiv führt je Satz sechs Angaben: Verein, Spielzeit, Satzart, Ausrüster, Brustsponsor und Farbwörter. Damit lässt sich eingrenzen, nicht bestimmen. Zwei Ansätze funktionieren gut:

Über den Ausrüster. Die Hersteller treten im Bestand zu verschiedenen Zeiten auf. adidas steht ab 1954, Erima ab 1965, Kappa und Topper ab 1970, Puma ab 1972, admiral ab 1974, Umbro ab 1986, Nike ab 1990, Lotto und Reebok ab 1992, Diadora ab 1995, Jako ab 2005. Trägt ein Stück ein Herstellerzeichen, das hier erst spät auftaucht, ist eine frühe Einordnung unwahrscheinlich.

Über den Brustsponsor. Der früheste benannte Sponsor im Bestand fällt auf 1974. Viele Namen stehen nur für wenige Jahre: Magirus-Deutz von 1978 bis 1983, Commodore von 1984 bis 1989, Die Continentale von 1990 bis 1994, s.Oliver von 1996 bis 1998. Ein Sponsorname grenzt damit oft enger ein als das Design.

Was der Bestand nicht beantwortet: ob ein Stück getragen wurde, aus welcher Fertigung es kommt, welche Größe und welcher Schnitt vorliegen, und wie das Muster aussah. Für diese Fragen braucht es das Stück selbst.

Woran man am Stück weiterkommt

Vier Stellen lohnen den Blick, unabhängig von diesem Archiv:

Das Pflegeetikett. Materialangabe, Pflegesymbole und die Sprache der Aufschrift verändern sich über die Jahrzehnte. Ein Etikett, das in Machart und Aufdruck nicht zur behaupteten Zeit passt, ist das erste Warnzeichen.

Die Machart der Beflockung. Aufgenähte Buchstaben, aufgebügelte Flockschrift und Siebdruck fühlen sich verschieden an und altern verschieden. Eine Beflockung, die neuer wirkt als der Stoff, gehört erklärt.

Die Nähte und die Bündchen. Kragenband, Bündchen und Seitennähte sind bei Spielerfassungen oft anders ausgeführt als bei Handelsware.

Der Gesamtzustand. Ein vierzig Jahre altes Trikot ohne jede Spur ist möglich, aber erklärungsbedürftig.

Keiner dieser Punkte ist allein ein Beweis, und keiner ersetzt eine Herkunftsangabe. Wer sicher gehen will, kauft dort, wo die Herkunft dokumentiert ist, und lässt sich die Belege zeigen.

Die häufigste Verwechslung

Nicht die zwischen Matchworn und Replica — die ist bekannt. Häufiger ist die zwischen einem alten Trikot und einem alten Design. Eine Neuauflage von 2015 kann das Design von 1974 tragen, mit korrektem Wappen, korrektem Schriftzug und korrekter Farbe, und ist trotzdem vierzig Jahre jünger als das Stück, das sie zitiert.

Der Bestand hilft hier nur indirekt. Er sagt, welche Kombination aus Verein, Spielzeit, Ausrüster und Sponsor es gab; er sagt nicht, wann der Stoff gewebt wurde. Wer sicher gehen will, prüft das Stück und nicht das Motiv.

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Häufige Fragen

Was bedeutet Matchworn?

Dass dieses Trikot in einem Spiel getragen wurde. Der Begriff sagt nichts über den Zustand und braucht einen Belegnachweis.

Was ist der Unterschied zwischen Replica und Authentic?

Die Replica ist die weiter geschnittene Handelsfassung, die Authentic folgt dem Spielerschnitt. Beide sind Handelsware, keine getragenen Stücke.

Ist ein Retro-Trikot ein altes Trikot?

Nicht zwangsläufig. Retro bezeichnet meist eine spätere Neuauflage eines alten Designs; das Stück selbst kann neu sein. Ein Stück aus der Zeit heißt Vintage.

Wie hilft dieses Archiv beim Einordnen?

Über Ausrüster und Brustsponsor. Beide treten nur in bestimmten Jahren auf und grenzen die Spielzeit oft enger ein als das Design.

Ein erfasster Satz je Satzart

Heim, Auswärts, Ausweich und Torwart, je ein Beispiel aus der Mitte der erfassten Reihe. Die Farben sind die erfassten; das Muster führt der Bestand nicht.

Seite
Ausweich · Umbro
Marineblau, Rot, Weiß
ohne Sponsor · EM 1996
Seite
Torwart · diverse
Schwarz, Grün
ohne Sponsor · EM 1992
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